Eine Küche, die zu Ihrem Raum passt
Die Küche ist der Auftrag, den wir am häufigsten bekommen, und der, bei dem am meisten schiefgehen kann. Auf dieser Seite steht, wie so eine Küche aufgebaut ist, was die Arbeitsplatte ausmacht, was das Ganze kostet und wann Sie mit einer gekauften Küche besser fahren.
Wann sich eine Küche vom Schreiner lohnt
Wir bauen gern Küchen, aber nicht jede Küche muss von uns kommen. Diese Punkte klären wir am liebsten schon im ersten Telefonat.
Dafür sprechen gute Gründe
- Der Raum ist krumm oder ungewöhnlich geschnitten. Schrägen, Erker, alte Mauern, Fensterbänke auf der falschen Höhe. Ein Rastermaß aus dem Katalog lässt hier überall Lücken, die mit Blenden zugestellt werden. Wir bauen jeden Korpus auf das gemessene Maß.
- Sie wollen bestimmte Maße. Arbeitshöhe nach Ihrer Körpergröße, ein Auszug genau für Ihre Töpfe, ein Schrank in einer Tiefe, die es zu kaufen nicht gibt.
- Sie wollen massives Holz. Eine geölte Massivholzfront lässt sich nach zehn Jahren anschleifen und nachölen. Eine beschichtete Spanplattenfront lässt sich nicht reparieren, sondern nur tauschen.
- Sie wollen einen Ansprechpartner. Planung, Bau und Montage liegen bei uns. Wenn etwas nicht passt, gibt es keine Diskussion darüber, wer schuld ist.
Und wann wir Ihnen abraten
- Wenn das Budget unter 18.000 Euro liegt. Dann bekommen Sie im Küchenstudio mehr Küche für Ihr Geld. Wir sagen das offen und ohne beleidigt zu sein.
- Wenn es schnell gehen muss. Zwischen Auftrag und fertiger Küche liegen bei uns zehn bis vierzehn Wochen. Wer in vier Wochen einziehen will, ist bei uns falsch.
- Wenn die Wohnung gemietet ist und Sie in absehbarer Zeit ausziehen. Eine Maßküche geht nur selten mit um. Sie ist für den Raum gebaut, in dem sie steht.
- Wenn Ihnen die Optik einer Hochglanzküche gefällt. Das ist ein anderes Handwerk mit anderen Maschinen. Wir bauen matte, offenporige Oberflächen, weil wir die gut können.

Woraus eine Maßküche besteht
Fünf Bauteile, die zusammen den Preis und die Lebensdauer bestimmen. Wer weiß, was wo steckt, kann ein Angebot auch vergleichen.
Korpus
Der Kasten, der die Last trägt. Wir bauen ihn meist aus 19 mm starker, furnierter Platte oder Multiplex, weil große Flächen dann eben bleiben und nicht arbeiten. Rückwände werden eingenutet, nicht angetackert. Von außen sieht man vom Korpus fast nichts, gespart wird hier trotzdem an der falschen Stelle.
Fronten
Massivholz, furniert oder lackiert. Hier entscheidet sich die Optik und ein guter Teil des Preises. Grifflos mit Griffleiste wirkt ruhiger, ein aufgesetzter Griff ist bequemer, wenn man nasse Hände hat. Bei Massivholzfronten achten wir darauf, dass die Maserung über mehrere Türen durchläuft.
Arbeitsplatte
Das Bauteil, das am meisten aushalten muss und das Sie täglich sehen. Massivholz, Keramik, Naturstein, Edelstahl oder Linoleum, dazu unten mehr. Wir schneiden Spüle und Kochfeld selbst aus, bei Keramik und Stein macht das ein Steinmetz, mit dem wir seit Jahren arbeiten.
Beschläge
Scharniere, Auszüge, Dämpfung, Innenaufteilung. Wir verbauen Markenbeschläge mit Ersatzteilversorgung, weil ein Auszug nach acht Jahren Klemmen anfängt und dann ein Ersatzteil da sein muss. Vollauszüge tragen bei uns 40 bis 70 Kilo, das merkt man beim Beladen einer Schublade mit Geschirr.
Sockel
Der Streifen, den niemand beachtet, bis Wasser darunterläuft. Wir setzen die Korpusse auf verstellbare Füße und klipsen die Sockelblende davor, damit man sie zum Reinigen abnehmen kann. Im Sockel ist außerdem Platz für Heizungsrohre und für einen flachen Auszug.
Anschluss zur Wand
Keine Wand ist gerade. Deshalb bekommt die Arbeitsplatte hinten eine angepasste Leiste oder wird passgenau an die Wand geschabt. Bei Fliesenspiegeln stimmen wir uns vorher mit dem Fliesenleger ab, sonst passt die Höhe der Steckdosen nicht zur Nische.
Fünf Materialien im Vergleich
Die Preisangaben sind Richtwerte pro laufendem Meter bei 60 cm Tiefe, inklusive Zuschnitt und Ausschnitten. Was Sie am Ende zahlen, hängt von Länge, Kanten und Ausschnitten ab.
Massivholz
Warm, reparabel, passt zum Rest der Küche. Ein Wasserrand lässt sich wegschleifen, eine Brandstelle auch. Dafür brauchen Sie einmal im Jahr eine halbe Stunde für Pflegeöl und müssen um die Spüle herum aufpassen.
Keramik
Schnittfest, hitzefest, säurefest. Sie können eine heiße Pfanne abstellen und direkt darauf schneiden. Sehr dünne Platten von 12 mm wirken elegant, sind an der Kante aber empfindlich gegen harte Schläge. Ein Riss lässt sich nicht reparieren.
Granit und Quarzit
Schwer, edel, jedes Stück ein Unikat. Granit ist hart und hitzebeständig, muss aber je nach Sorte imprägniert werden, sonst zieht Öl ein. Marmor raten wir in der Küche ab, weil Zitrone und Essig Flecken hinterlassen, die bleiben.
Edelstahl
Hygienisch, fugenlos verschweißbar, unempfindlich gegen Hitze und Wasser. Wer gern kocht, mag ihn. Wer eine makellose Fläche will, eher nicht. Edelstahl bekommt vom ersten Tag an feine Kratzer und wird mit den Jahren gleichmäßig matt.
Linoleum auf Trägerplatte
Angenehm im Griff und leise. Dazu antistatisch und nicht teuer. Wir verbauen es viel im Ladenbau und in Praxen, in Wohnküchen sieht man es zu selten. Mit einer Massivholzkante ringsum wirkt es wertig und passt zu Holzfronten.
Zwei Materialien mischen
Unser häufigster Rat: Keramik oder Stein dort, wo Spüle und Kochfeld sitzen, Massivholz auf der Insel, an der gegessen und geschnippelt wird. Sie zahlen weniger als bei durchgehender Keramik und haben trotzdem Holz im Raum.
Ergonomie, Wege und Licht
Der Teil, der später jeden Tag zählt und der beim Anschauen von Fotos gern untergeht. Wir gehen das beim Aufmaß mit Ihnen durch, im Raum stehend, nicht am Bildschirm.
Arbeitshöhe nach Körpergröße
Die Standardhöhe von 90 Zentimetern passt zu einer Körpergröße von etwa 1,72 Metern. Wer größer ist, arbeitet gebückt, wer kleiner ist, mit hochgezogenen Schultern. Wir richten uns nach dem, der am meisten kocht. Als Faustregel liegt die Arbeitsplatte etwa 10 bis 15 Zentimeter unter dem angewinkelten Ellenbogen.
Bei sehr unterschiedlichen Körpergrößen im Haushalt bauen wir die Spüle etwas höher und die Kochstelle etwas tiefer. Das ist ein alter Trick und funktioniert besser als ein Kompromiss auf einer Höhe.
Abstände und Wege
- Insel zur Zeile: 100 bis 120 cm. Weniger als 90 wird eng, sobald ein Backofen oder Geschirrspüler offen steht. Mehr als 130 heißt jeden Tag unnötige Schritte.
- Arbeiten zwei Personen gleichzeitig, planen Sie 120 cm. Dann kann einer am offenen Auszug knien und der andere vorbeigehen.
- Zwischen Spüle und Kochfeld mindestens 90 cm freie Fläche. Das ist die Zone, in der geschnitten wird. Weniger rächt sich bei jedem Essen.
- Kühlen, Spülen, Kochen bilden ein Dreieck. Die Summe der drei Wege sollte zwischen 3,50 und 6,50 Metern liegen. Darüber laufen Sie zu viel, darunter stehen Sie sich selbst im Weg.
- Der Geschirrspüler gehört neben die Spüle, und zwar auf die Seite, auf der Ihr Schrank mit Tellern steht. Klingt banal, spart über Jahre viele Wege.
- Backofen auf Brusthöhe einbauen, wenn der Platz da ist. Sie müssen dann kein heißes Blech mehr aus der Hocke herausheben.
Licht und Steckdosen
Deckenlicht allein reicht in keiner Küche, weil Sie mit dem Rücken dazu stehen und im eigenen Schatten schneiden. Wir setzen unter jeden Oberschrank ein Band, das die Arbeitsfläche direkt beleuchtet, warmweiß mit etwa 3000 Kelvin. Über einer Insel hängen Leuchten am besten so, dass die Unterkante rund 70 Zentimeter über der Platte liegt, sonst blendet es beim Sitzen.
Bei Steckdosen ist unsere Erfahrung eindeutig. Es sind immer zu wenige. Planen Sie mindestens sechs auf Arbeitshöhe, dazu Anschlüsse für Kühlschrank, Backofen, Kochfeld, Dunstabzug, Geschirrspüler und, falls gewünscht, für Kaffeemaschine und Wasserkocher an einem festen Platz. Auf einer Insel ist ein versenkbarer Turm oder ein Auslass an der Seitenwange sinnvoll, weil eine Steckdose in der Platte irgendwann nass wird.
Wer schließt was an
Damit Sie nicht zwischen drei Handwerkern hin und her telefonieren, ist hier klar aufgeteilt, was zu wem gehört.
- Geräte kaufen: Sie oder wir. Wir bestellen auf Wunsch mit und geben unseren Einkaufsvorteil weiter, aber Sie dürfen die Geräte genauso gut selbst besorgen. Dann brauchen wir spätestens zum Zuschnitt die Einbaumaße vom Hersteller, ein Datenblatt reicht.
- Geräte einbauen und ausrichten: wir. Backofen, Kochfeld, Dunstabzug, Kühlschrank, Geschirrspüler kommen von uns in die Möbel und werden ausgerichtet.
- Strom anschließen: Ihr Elektriker. Kochfeld und Backofen dürfen wir nicht ans Netz legen, das macht ein konzessionierter Betrieb. Wir stimmen die Anschlusspunkte vorher mit ihm ab und sind beim Einbau vor Ort, damit nichts doppelt gefahren wird.
- Wasser und Abfluss: Ihr Installateur. Spüle und Armatur setzen wir ein, Zu- und Ablauf schließt er an. Wenn Sie keinen haben, nennen wir Ihnen zwei Betriebe aus der Gegend, mit denen wir regelmäßig arbeiten.
- Dunstabzug nach außen: Ihr Spengler oder Ihr Installateur. Die Mauerdurchführung gehört nicht zu unserem Gewerk. Umluft mit Aktivkohlefilter bauen wir komplett selbst ein.
- Fliesenspiegel: Ihr Fliesenleger, aber bitte nach unserem Aufmaß. Wir liefern ihm die Höhenlage der Platte und die Position der Steckdosen.
- Alte Küche ausbauen und entsorgen: auf Wunsch wir, gegen Aufpreis. Meist ist es ein halber Tag, und wir nehmen den Bauschutt gleich mit.
Wir übernehmen die Terminabstimmung mit den anderen Gewerken, wenn Sie das wollen. Das ist kein Extraservice, den wir berechnen, sondern schlicht die Voraussetzung dafür, dass die Montage an einem Tag durchläuft.
Drei Küchen, durchgerechnet
Alle Beträge ohne Elektrogeräte und ohne Arbeiten von Elektriker und Installateur. Es sind echte Größenordnungen aus unseren Angeboten der letzten zwei Jahre, keine Lockpreise. Ihr Angebot bekommen Sie als Festpreis nach dem Aufmaß.
Beispiel eins
Eine Wand, kein Hängeschrankblock, dafür ein hohes Regal. Für Paare, Einliegerwohnungen und alle, die den Raum offen halten wollen.
Beispiel zwei
Der Auftrag, den wir am häufigsten bauen. Zeile mit Hochschränken, dazu eine Insel mit Kochfeld und Sitzplatz für zwei. Familienküche, die täglich benutzt wird.
Beispiel drei
Küche, Hauswirtschaftsschrank und Sideboard aus einem Guss, grifflos, Geräte hinter Türen. Hier zahlt vor allem das Holz und die Menge an Innenausstattung.
Wo Sie wirklich sparen können? Beim Holz an den Stellen, die niemand sieht. Nussbaumfronten mit furnierten Korpussen kosten deutlich weniger als eine durchgehend massive Küche und sehen im Raum identisch aus. Auch eine geölte Esche statt Eiche drückt den Preis um zehn bis fünfzehn Prozent, ohne dass die Küche billig wirkt.
Wo Sie nicht sparen sollten? Bei Beschlägen und bei der Arbeitsplatte. Beides fassen Sie jeden Tag an, und beides ist später nur mit großem Aufwand zu tauschen.
Von der Anfrage bis zum ersten Abendessen
Zehn bis vierzehn Wochen ab Auftrag, im Frühjahr und vor Weihnachten eher mehr. Ein großer Teil davon ist Wartezeit auf Material und auf Beschläge.
Woche 0 · Anfrage
Sie schreiben oder rufen an. Wir melden uns innerhalb von zwei Werktagen und machen einen Termin bei Ihnen aus.
Woche 1 · Aufmaß
Zwei Stunden im Raum. Wir messen, sehen uns Anschlüsse an, reden über Arbeitshöhe, Wege und Budget. Im Umkreis von 30 km kostenlos.
Woche 2 bis 3 · Entwurf
Sie bekommen Zeichnung und Festpreis. Änderungen kosten hier noch nichts, und wir drehen lieber zwei Runden mehr.
Woche 4 · Holz und Beschläge
Sie kommen ins Lager und suchen Ihre Bretter selbst aus. Danach bestellen wir Material und Beschläge.
Woche 5 bis 11 · Fertigung
Zuschnitt, Korpusse, Fronten, Oberfläche. Vorbeischauen dürfen Sie jederzeit, ein Anruf vorher reicht.
Woche 12 · Montage
Zwei bis drei Tage bei Ihnen. Elektriker und Installateur kommen dazu, die Termine stimmen wir ab. Verpackung nehmen wir mit.
Danach
Abnahme gemeinsam, Pflegeöl liegt dabei. Nach etwa einem Jahr kommen wir vorbei und stellen die Türen nach.
Was Kunden uns dazu fragen
Was kostet eine Küche vom Schreiner?
Eine Küche nach Maß beginnt bei etwa 18.000 Euro ohne Geräte, die meisten liegen zwischen 22.000 und 40.000. Liegt Ihr Budget darunter, sagen wir das gleich im ersten Gespräch, statt Ihnen ein Angebot zu schreiben, das Sie ohnehin ablehnen.
Wie lange dauert es vom Auftrag bis zum Einbau?
Zehn bis vierzehn Wochen. Davon sind gut vier Wochen Wartezeit auf Holz, Platten und Beschläge. Am vollsten sind wir im Frühjahr und vor Weihnachten. Wenn Sie einen festen Einzugstermin haben, sagen Sie ihn beim ersten Telefonat, dann rechnen wir rückwärts.
Ist das nicht viel teurer als eine Küche aus dem Möbelhaus?
In der Anschaffung ja, oft um die Hälfte. Dafür bekommen Sie massives Holz statt beschichteter Spanplatte, Maße, die passen, und ein Möbel, das man reparieren kann, statt es zu ersetzen. Rechnen Sie auf zwanzig Jahre, sieht die Sache anders aus. Rechnen Sie auf fünf Jahre, hat das Möbelhaus recht.
Kann ich meine vorhandenen Geräte weiterverwenden?
Meistens ja, wenn sie noch gut sind. Wir bauen die Möbel um die Geräte herum. Schicken Sie uns Typenbezeichnung und Maße, dann sagen wir Ihnen, ob es sinnvoll ist. Bei einem zwölf Jahre alten Geschirrspüler raten wir offen zum Tausch, weil ein Ausfall nach dem Einbau ärgerlich wird.
Verträgt eine Holzarbeitsplatte die Spüle?
Ja, wenn sie richtig gemacht ist. Wir versiegeln die Ausschnittkanten mehrfach und setzen die Spüle bevorzugt unterbaubar ein, damit kein Wasser an der Fuge steht. Eines sage ich trotzdem dazu. Rund um die Spüle sieht man einer Holzplatte nach Jahren an, dass dort gearbeitet wurde. Wer das nicht mag, nimmt dort Keramik.
Was passiert, wenn nach der Montage etwas nicht passt?
Dann kommen wir wieder. Auf unsere Arbeit geben wir fünf Jahre, auf Beschläge gilt die Herstellergarantie. Eine Tür, die sich nach einem Jahr gesetzt hat, stellen wir ohne Rechnung nach. Das ist bei Massivholz normal und kein Reklamationsfall.
Können Sie eine bestehende Küche nur teilweise erneuern?
Oft ja. Neue Fronten auf brauchbare Korpusse, eine neue Arbeitsplatte, ein zusätzlicher Hochschrank. Das ist deutlich günstiger als eine ganze Küche. Voraussetzung ist, dass die alten Korpusse gerade und trocken sind. Wir sehen uns das an und sagen Ihnen ehrlich, ob sich der Aufwand lohnt.
Bauen Sie auch außerhalb von der Region?
Bis etwa 80 Kilometer Umkreis, also Musterdorf, Musterdorf und alles dazwischen. Weiter weg wird die Montage teuer, weil wir dann übernachten müssen. Bei einem größeren Auftrag reden wir trotzdem darüber, statt gleich abzusagen.
Reden wir über Ihren Raum
Sie brauchen keine fertige Planung. Ein Handyfoto von der Küche, die Sie jetzt haben, die grobe Raumgröße und eine Vorstellung vom Budget genügen für den Anfang. Aufmaß und Beratung im Umkreis von 30 Kilometern kosten nichts.